erotische Erlebnisse

Maison Noir – Monat 4, Kapitel 3: Die Tat (II)

Bisher im Maison Noir: Mitten in der Nacht im Wintergarten meldet sich bei Nora unerwartet die Eifersucht – und die Regel des Zimmers verlangt, dass sie es sofort ausspricht. Jetzt müssen alle drei entscheiden, wie es weitergeht.

Sofia setzte sich auf, ihre Hand behutsam von Tobias lösend, ihre volle Aufmerksamkeit bei Nora. „Danke, dass du das sagst”, sagte sie, ohne eine Spur von Verletzung in der Stimme. „Ich wäre lieber, dass du es aussprichst, als dass du es runterschluckst, bis es zu groß wird.”

Tobias nahm Noras Gesicht behutsam in beide Hände. „Ich will das hier nicht, wenn es dir wehtut”, sagte er. „Wir können jederzeit aufhören.”

„Ich will nicht, dass wir aufhören”, sagte Nora, überrascht von der eigenen Klarheit. „Ich glaube, ich musste nur merken, dass Eifersucht kein Beweis dafür ist, dass etwas falsch läuft. Ich habe die letzten Monate so sehr versucht, die perfekte, unbesorgte Partnerin zu sein, dass ich vergessen habe, dass ich auch einfach nur ein Mensch mit Gefühlen sein darf, die nicht immer logisch sind.”

Sofia lächelte, streckte die Hand nach Nora aus. „Was würde dir jetzt helfen?”, fragte sie, und die Frage war ohne jede Ungeduld gestellt, als hätte sie selbst genau gewusst, wie es sich anfühlte, in diesem Moment verletzlich zu sein.

Nora dachte nach, dankbar für die Zeit, die ihr niemand hier absprach. „Ich glaube”, sagte sie schließlich, „ich muss einfach spüren, dass ich nicht aus der Verbindung zwischen euch beiden herausfalle. Dass wir das hier alle drei zusammen tun, nicht zwei von uns und ich daneben.”

„Das ist fair”, sagte Tobias, und zog beide Frauen näher an sich, bis keiner von ihnen mehr das Gefühl hatte, am Rand zu stehen.

Was danach geschah, war langsamer als zuvor, bewusster – jede Berührung ein kleines Gespräch, jede Geste eine Rückversicherung, dass niemand vergessen wurde. Nora spürte, wie die Eifersucht sich langsam auflöste, nicht weil sie verdrängt wurde, sondern weil sie ausgesprochen und gehört worden war. An ihre Stelle trat etwas, das sie nicht erwartet hatte: eine tiefe, ungewohnte Nähe zu Sofia, die durch die Ehrlichkeit zwischen ihnen entstanden war.

Im grünen Halbdunkel des Wintergartens, zwischen Farnen und dem leisen Rauschen des Brunnens, verschmolzen die drei zu etwas, das keiner von ihnen vorher hätte planen können – nicht perfekt, nicht ohne Reibung, aber ehrlicher, als es jede unausgesprochene Fantasie gewesen wäre.

(Fortsetzung folgt nächsten Sonntag mit Kapitel 4 – dem Abschluss von Monat 4.)

Denkt ihr, Ehrlichkeit kann Eifersucht wirklich auflösen? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!